Erstkommunion ✝️
- Margarethe Ueter
- 6. Jan. 2024
- 5 Min. Lesezeit
Am Sonntag (25.11.2023) hatten fünf Kinder vom Nikolaushaus ihre ihre Erstkommunion. Nora und ich sollten Fotos machen. Das hat aber leider übrhaupt nicht geklappt. Wir sind in die Kirche in Kemondo gefahren. Clemens hat Annayoice (18 Jahre), Nora und mich dahin gefahren. Nora und ich hatten am Dienstag vorher noch schöne Kleider für die Kirche abgeholt, die wir da haben schneidern lassen und so konnten wir unsere neuen Kleider anziehen. Die Kommunionkinder waren schon in der Kirche und sahen wunderschön aus. Clemens hat uns bis vor das Tor zum Gelände der Kirche gefahren und wir sind ausgestiegen. Da haben wir auch schon Schwester Celestina und Schwester Leonadina gesehen. Es standen schon viele Menschen vor und in dem Tor und Nora und ich haben viele Blicke auf uns gezogen. Mittlerweile habe ich mich allerdings schon daran gewöhnt, aufgrund meiner Hautfarbe immer aufzufallen. Ein bisschen habe ich mich gefühlt, wie eine sehr wichtige Person.
Am Eingang der Kirche standen vereinzelt ältere Kinder aus dem Nikolaushaus. Nora und ich haben schon mal versucht, Bilder von unseren Kindern zu machen. Dabei ist uns aufgefallen, dass die Kamera, die wir mit hatten nicht scharf stellt. Leider konnten wir dasProblem nich beheben.
Zunächst konnten wir noch nicht in die Kiche, weil da noch ein Gottesdienst lief. Als dieser zu Ende war, gab es einen fliegenden Wechsel und wir sind schnell in die Kirche gegangen. Nora und ich haben uns extra an den Rand gesetzt, damit wir besser Fotos machen konnten. Das hat aber nicht so gut funktioniert.
Eine Frau stand vorne und hat gesungen und getrommelt. Die Kirche ist ein bisschen größer als die, die auf dem Nikolaushaus Gelände steht. Es gibt Holzbänke und Kniebänke, so wie ich es aus Deutschland kenne. Der Altarraum ist ein bisschen größer, aber auch ohne große Verzierungen. Die Wand hat eine schöne Struktur und die Osterkerze hat gebrannt.
Und dann fing der Gottesdienst auch schon an. Alle Kommunionkinder sind reingelaufen, gefolgt von einem Kinderchor, der zum Einzug gesungen hat. Ein Mann hat Klavier gespielt und es wurde getrommelt. Alle haben sich auf ihre Plätze in der ersten Hälfte der Kirche gesetzt. In der ersten Reihe standen kleine Kinder, die währned des gesamten Gottesdienstes getanzt haben. Die Kinder des Chores waren weiß, gelb angezogen. Kevina (12 Jahre) hat auch in dem Chor mitgesungen. Der Chor hat immer wieder gesungen und wurde von einem kleinen Jungen dirigiert. Das hat mich sehr beeindruckt.
Die Frau, die am Anfang getrommelt und gesungen hat, hat während des Gottesdienstes immer wieder gesungen. Ich vermute, dass sie den Chor leitet. Aber der kleine Junge, der dirigiert hat, der hat mich wirklich beeindruckt. Er hatte auch keinen richtigen Dirigierstock, sondern nur einen Stift in der Hand. Die Kinder konnten die Texte auswendig, oder sie hatten ein Heft in dem sie die Texte selber aufgeschrieben hatten.
Den Gottesdienst hat der junge Pfarrer gehalten, der sonst auch oft den Gottesdienst im Nikolaushaus hält. Der Ablauf des Gottesdienstes war dementsprechend relativ ähnlich. Der Chor hat zwischendurch gesungen und es gab mindestens dreimal die Aufforderung, dass man etwas Spenden soll. Ich habe viele Mütter mehrmals nach vorne gehen sehen, um etwas in den Korb zu legen. Die meisten Kommunionkinder haben auch etwas zu Essen segnen lassen. Dafür sind sie mit dem, was sie mitgebracht hatten einmal durch die Kirche gezogen. Der Pfarrer hatte einen richtigen Behälter für das Weihwasser und einen Schwenker und hat alle gesegnet, während der Chor dazu gesungen hat.
Während der Messe hat eine Mama ihr Kind gestillt, ohne, dass es jemanden gestört hat. In Deutschland ist das eher ungewöhnlich. Hier im Gottesdienst wird das Kind einfach gestillt. Das find ich echt super. Es ist ja schließlich das normalste der Welt.
Und dann haben die Erstkommunionkinder auch schon das erste Mal die heilige Kommunion bekommen. Die Kinder sind zuerst wieder mit musikalischer Begleitung des Chores durch die Kirche gezogen. Dann standen sie in einer Reihe und haben nacheinander die Kommunion bekommen.
Ich weiß noch, dass bei mir und meinen Geschwistern die Erste Heilige Kommunion etwas ganz Besonderes war. Die Kommunionkinder standen mit einem Taufpaten um den Altar und jedes Kind hat nacheinander die Kommunion bekommen. So konnte jeder dabei zusehen.
Nachdem die Kommunionkinder zur Kommunion gegangen sind, sind wir Anderen zur Kommunion gegangen. Ich habe das erste Mal eine Mundkommunion bekommen, ohne dass ich das wollte.
Die Kinder haben alle noch feierlich eine "Urkunde" überreicht bekommen. Dafür wurde der Namen vorgelesen und jedes Kind ist einzeln nach vorne gegangen. Nach zwei einhalb Stunden war die Messe vorbei und der Chor hat solange gesungen, bis alle draußen waren. Die Kommunionkinder sind zusammen nach draußen gezogen und wir hinterher.
Leider hatte es während des Gottesdienstes total geregnet, so dass die Wiese vor der Kirche sehr matschig war. Alle haben versucht ihre schicken Kleider sauber zu halten. Das hat aber mal mehr, mal weniger funktioniert.
Die Kommuionkinder haben noch frittierte Bällchen und ein süßes Getränk bekommen. Und Nora und ich haben versucht ein schönes Foto von der Gruppe zu machen, das hat aber leider nicht so gut funktioniert.
Dann hat Clemens uns wieder abgeholt. Wir haben uns alle zusammen in das Auto gequetscht und sind nach Hause gefahren.
Zuhause haben wir erst noch ein paar Fotos gemacht und dann haben wir uns alle etwas Bequemes angezogen. Nach einer Pause ist Clemens mit ein paar Kindern auf einen Berg gefahren, der hier ganz in der Nähe ist. Nora und ich durften mitkommen. Die Kommunionkinder waren auch mit. Wir sind zu einer Stelle gegangen, von der man einen wunderschönen Blick auf den Viktoriasee hat. Dort oben gab es dann für alle Kuchen und ein süßes Getränk.
Die Kommunionkinder haben sich gegenseitig das erste Stückchen vom Kuchen in den Mund gesteckt und sich so gegenseitig gefüttert. Das sah super süß aus. Danach durften wir anderen auch Kuchen essen.
Wir haben noch die Aussicht genossen und sind dann wieder nach Hause gefahren.
So endete ein schöner Tag.
Ich habe noch sehr lange über diesen Tag nachgedacht. Bei mir und meinen Gechwistern haben wir immer den ganzen Tag lang gefeiert. Die ganze Familie kam zusammen und es gab etwas Besonderes zu essen. Das Kommunionskind stand den ganzen Tag im Mittelpunkt und hat super viele Geschenke bekommen. In der Kirche hat das Komuinionkind seine/ihre Taufkerze an der Osterkerze angezündet. Das Kommunionkind hat einen Taufpaten, an den sie/er sich jeder Zeit wenden kann. Vorallem, wenn es mit den Eltern mal schwierig sein sollte.
Das hat mich irgendwie traurig gemacht. Die Kommunionkinder hier hatten keine Taufkerze, die sie angezündet haben. Sie haben auch keinen eigenen Taufparten, an den sie sich wenden können. Generell habe ich das Gefühl, dass in Deutschland die Kommunion sehr viel mehr gefeiert wird, als hier. Das hat mich sehr nachdenklich gemacht.
Dennoch. Es war ein super schöner Tag und ich hatte das Gefühl, dass die Kinder den Tag auch total schön fanden. Wir haben viel gelacht und die Sonne genossen. Aber es ist einfach ganz anders, als in Deutschland und das, obwohl wir doch das Gleiche gefeiert haben…
Kommunionkinder beim gegeseitigen füttern vom Kuchen:
Zawadi (23 Jahre) & Jackson (10 Jahre)
Johnson (9Jahre) & George (7Jahre)
Aglipina (9Jahe) & Tumaini (6Jahre)
Kinder, die ich erwähnt habe:
Annajoyce (18 Jahre)
Kevina (12 Jahre)

























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