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Das erste Mal Bukoba 🚙

  • Autorenbild: Margarethe Ueter
    Margarethe Ueter
  • 9. Dez. 2023
  • 6 Min. Lesezeit

Am 03.10.2023 sind Nora und ich das erste Mal nach Bukoba gefahren. Bukoba ist die nächst größere Stadt. Die Fahrt nach Bukoba dauert ungefähr 30 Minuten mit dem Auto. Fast jeden Dienstag fahren zwei vom Leitungsteam mit dem Auto nach Bukoba, weil sie Sachen für das Nikolaushaus kaufen müssen.

Am Dienstag sind wir mitgefahren. Wir hatten keine Ahnung, was uns erwartet. Wir sind mit Schwester Celestina und Nymwa gefahren. Schwester Celestina hatte zu uns gesagt, das wir um 09.30 Uhr losfahren. Nora und ich standen um kurz vor halb draußen und haben gewartet, dass wir losfahren. Wir sind dann erst um kurz nach 10 Uhr losgefahren.

Im Auto saßen noch Ellieth (16), Agnes (13), Edina (14) und George (7 Jahre), dazu lagen noch drei Metallkisten und drei Eimer in dem Auto. So sind wir nach Bukoba gefahren. Nora und ich hatten zu dem Zeitpunkt keine Ahnung, warum die vier Kinder mit nach Bukoba gefahren sind, aber das haben wir später erfahren.



Nach dreizig Minuten Fahrt sind wir in Bukoba angekommen. Wir haben einfach am Straßenrand angehalten. Schwester Celestina und die Mädels sind ausgestiegen. Nora und ich haben aus dem Fenster geguckt und konnten so sehen, dass die vier sich an einem Stand am Straßenrand verschiedene schwarze Schuhe angeguckt haben. Sie schienen keine passenden gefunden zu haben, denn sie sind schnell wieder eingestiegen und wir sind weiter gefahren. Beim nächsten Stand haben wir nochmal angehalten und die vier sind wieder ausgestiegen. Dann haben sie sich Rucksäcke angeguckt und einen gekauft. Am nächsten Stand mit Schuhen haben wir angehalten und haben dann auch noch drei paar Schuhe für die Mädels gekauft. Nora und ich haben ganz gespannt aus dem Auto beobachtet. Wir haben leider nicht verstanden, worüber die Anderen geredet haben, weil wir die Sprache noch weniger konnten, als jetzt.

Nachdem wir diese Einkäufe erledigt hatten, sind wir ein paar Minuten gefahren und Nora und ich haben uns gefragt, wo es jetzt hingeht. Wir sind wieder ein bisschen aus der Stadt raus gefahren, einen steilen Weg rauf. Das war definitiv keine Straße mehr. Der Weg bestand nur aus hellbraunem Lehm. Die "Straße" war zwar relativ breit, aber, der Regen hatte sehr große Risse in den Lehmboden gerissen. Deshalb musste Nymwa sich den besten Weg aussuchen. Es hat ziemlich gewackelt und es war fast ein Wunder, dass wir da hochfahren konnten. Ich hätte mich das nicht getraut. Irgendwann sind wir dann angekommen. Wir standen an einer Schule und die Mädels und Schwester Celestina sind ausgestiegen.

Nymwa, George, Nora und ich sind im Wagen sitzen geblieben und haben gewartet. Nora und ich haben uns gefragt, warum wir um 12 Uhr die drei Mädchen in die Schule fahren. Während wir gewartet haben, hat uns Nymwa ein Video gezeigt, dass er von uns im Ausreisegottesdienst gemacht hat. Zu dem Zeitpunkt war Nymwa nämlich in Deutschland und hat so unseren Ausreisegottesdienst mit uns gefeiert. Das war echt super süß, dass er von uns ein Video gemacht hat und dass er uns das dann noch gezeigt hat. Zwischendurch sind noch viele kleine Schulkinder an dem Auto vorbei gelaufen. Die Kinder haben sich total gefreut weiße Menschen zu sehen und mir hat es eine riesige Freude gemacht ihnen zu winken und das Strahlen in den Gesichtern zu sehen. Die Kinder waren super niedlich und sind Händchenhaltend an dem Auto vorbeigelaufen.

Bald kamen die drei Mädels wieder und holten ihre Sachen. Sie luden die drei Metallkisten und die drei Eimer aus dem Wagen. Dann haben sie uns gewunken, haben Tschüss gesagt und sind in das große Gebäude verschwunden.



Als Schwester Celestina wieder eingestiegen ist und wir weiter gefahren sind, haben wir sie gefragt, ob die Mädels jetzt da beiben. Sie hat uns erklärt, dass die Schule ein Internat ist, und dass die drei jetzt bis Dezember in der Schule bleiben.

Später haben wir mit Stefanie (Gründerin des Nikolaushauses. Sie lebt mittlerweile in Deutschland) telefoniert. Sie hat uns erklärt, dass ein Schuljahr in Tansania im Januar anfängt. Die drei haben den Schulwechsel vor sich und die alte Schule hat im August geendet, so dass die Mädels drei Monate keine Schule gehabt hätten. Drei Monate sind aber eine sehr lange Zeit und deshalb gibt es Schulen, die einen „Vorkurs” anbieten, an dem die drei nun teilnehmen.

Wir sind weiter gefahren und mußten nach kurzer Zeit umdreht, weil der Weg so steil und die Risse vom Regen so groß waren, dass Nymwa da nicht weiter fahren wollte/konnte. So konnten wir den drei Mädels noch ein letztes Mal winken. Dann ging unsere Shoppingtour weiter.

Wir haben am Straßenrand gehalten und Schwester Celestina, Nora und ich sind ausgestiegen. Schwester Celestina musste einiges auf dem Markt erledigen und Nora und ich durften mitkommen. Sie hat uns alles gezeigt. Wo man Obst und Gemüse kaufen kann und Kleider und vieles mehr. Wir waren von den vielen neuen Eindrücken völlig überwältigt. Auf engstem Raum stehen sehr viele Stände. Man kann alles kaufen, was das Herz begehrt. An jeder Ecke hat es anders gerochen.

Es gibt einen Platz auf dem viele Bananen verkauft werden. Die ganzen Stauden stehen überall herum und die Menschen laufen zwischendurch. Der Knoblauch und die Zwiebeln haben haufenweise auf einer Plane einfach auf dem Boden gelegen und mittendrin saß eine Person, die uns den Knoblauch verkaufen wollte. Doch wir sind einfach nur an der Person vorbei gegangen, da wir weder Knoblauch noch Zwiebeln brauchten.



Schwester Celestina ist mit uns in eine kleine Gasse gegangen. Die Gasse war so schmal, dass eine entgegenkommende Person eigentlich nicht an mir vorbei kommen konnte. Irgendwie ging es dann aber doch. Schwester Celestina hat, an verschiedenen Ständen eingekauft und Nora und ich sind ihr wie zwei Dackel hinterher gelaufen😂.

Ein junger Typ hat die Sachen, die wir gekauft haben für uns zum Auto getragen. Als wir gerade an einem Stand waren, kam ein Mann auf Nora und mich zu und hat uns gefragt, ob wir aus Deutschland sind. Der Mann hatte keine Schuhe an und hat sehr unangenehm gerochen. Nora und ich haben seine Frage höflich bejaht. Er wollte, dass wir ihm 1.000 ths (0,37€) geben. Als wir ihm gesagt haben, dass wir das nicht machen, ist er weiter gegangen.

Nora und ich haben uns einen Stand, genauer angeguckt und haben uns gefragt, wie die Frau, die in dem Stand stant war dort reingekommen ist. Um sie herum waren die Sachen bis zur Decke gestapelt. Es war alles zu gestellt, damit man was kaufen konnte. Hinter ihr, rechts und links Stand alles voll bis zur Decke. Die Frau konnte sich gerade eben noch umdrehen. Vorne waren die Sachen nur bis zur Hüfte gestapelt, damit sie noch was verkaufen konnte. Ich habe gedacht, die einzige Lösung ist, dass sie auf einer Falltür steht ud sie von unten in den Stand kommt. Das Rätsel ist bis heute noch nicht gelöst.


Später sind wir noch in eine Art Halle gegangen. Auch da war alles voll gestellt und der Platz gut genutzt. Überall standen offene Säcke mit Reis, Bohnen und Ähnlichem. Wir haben ein paar grüne Bohnen gekauft und die Schwester hat uns irgendwas zu essen angeboten, was wir probieren sollten. Wir habe es einfach gegessen. Es war auch ganz okay. Ich glaube innen war eine rohe, rote Bohne. Die haben wir dann ausgespuckt. Aber ich bin mir nicht sicher, was ich da gegessen habe.

Auf der anderen Seite hing das rohe Fleich auf dreckigen aussehenden Haken in Schaufenstern. Es sah so ein bisschen aus, wie Kassenhäuschen, das komplett gefließt war. Hinter der Scheibe hing das Fleisch und dahinter saß ein Mann und hat das Fleisch verkauft. Es gab mehrere von diesen Häuschen nebeneinander. Da ist mir wieder bewusst geworden, warum ich Vegetarienn bin. Die Menschen schneiden das rohe Fleisch auf offener Straße auf dem dreckigen Boden und hängen es dann in das Schaufenster. Vielleicht könnt ihr euch diese Gerüche des rohen Fleisches vorstellen. Direkt daneben liegen die toten Fische, die schon den ganzen Tga an der Luft liegen. Die Fische werden geköpft und geteilt und dann verkauft. Auf alten LKW Plannen werden die Fische „nett” drapiert. Aus diesem Teil des Marktes bin ich dann schnell wieder verschwunden.



Schwester Celestina hat uns noch ein kleines Café gezeigt. Das hat, finde ich nicht so richtig dahin gepasst. Es war super süß und könnte genau so auch in Deutschland stehen. Nora und ich haben uns zwei kleine frittierte Bällchen gekauft und noch etwas wie zwei Schweineohren, mit einer Füllung.

Nora und ich sind auch noch in einen Supermarkt gegangen. Der war so ähnlich, wie der Supermarkt in Mororgoro. Der Platz wurde gut genutzt und die Gänge sind sehr eng. Wir haben uns mit Keksen und Getränken eingedeckt. Die Süßigkeitenauswahl ist sehr beschränkt. Es gibt keine Gummibärchen, was für mich echt schlimm ist. Die Schokolade ist ganz in Ordnung. Bei den Chips muss man aufpassen, was man kauft. Wir hatten nämlich auch schon Chips, die nach Fisch geschmeckt haben, das war gar nicht cool.



Nora und ich haben uns schon gefragt, warum George mit nach Bukoba gekommen ist. Da haben wir wieder am Straßenrand gehalten und Schwester Celestina hat erklärt, dass die Beiden jetzt zum Zahnarzt gehen und gleich wieder da sind. Ich hab mich erstmal entspannter hingesetzt, weil ich dachte, dass das dann ja jetzt noch ein bisschen dauern wird. Keine zwanzig Minuten später kamen die Beiden wieder raus und George hatte zwei Zähne weniger. Die beiden oberen Schneidezähne wurden gezogen. Schwester Celestina hat uns dann erklärt, dass die bleibenden Zähne kommen und die Milchzähne noch nicht gewackelt haben. Deshalb mussten die beiden Zähne gezogen werden.


Das Ganze fand ich persönlich sehr heftig. Ich war ein bisschen schockiert darüber, wie schnell das ging. Danach sind wir nach Hause zurück gefahren. Das Auto war voll gepackt mit Dingen, die eingekauft wurden. Für Georg und uns gab es dann noch ein süßes Getränk. Es war ein sehr ereignisreicher Tag.



Kinder die ich in diesem Beitrag erwähnt habe:

George (7Jahre)

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