top of page

Mein Alltag 🏡

  • Autorenbild: Margarethe Ueter
    Margarethe Ueter
  • 25. Nov. 2023
  • 5 Min. Lesezeit

Der Tag im Nikolaushaus beginnt unter der Woche um 6 Uhr. Die Kinder werden geweckt und dann gibt es Frühstück. Zum Frühstück gibt es Weizentoast mit Marmelade oder Erdnussbutter. Meistens ist noch Margarine darunter. Die Brote werden von älteren Kindern, eine Mama oder Nora und mir geschmiert. Während die Kinder wach werden und im Bad sind (die Frauen, die im Nikolaushaus arbeiten werden "Mamas" genannt, obwohl sie nicht die leiblichen Mütter sind). Unter der Woche essen als erstes die älteren Kinder, die dann um 7 Uhr mit dem Auto in die Schule gebracht werden. Die Kinder gehen auf verschiedene externe Schulen. Die kleineren und/oder beeinträchtigten Kinder, die in den Kindergarten gehen, frühstücken nach den Schulkindern.

Den Kindergartenkinder wird beim Zähneputzen geholfen und anschließend wird noch ein bisschen im Wohnzimmer gespielt.

Um 9 Uhr fängt der Kindergarten an. Der Kindergarten gehört zum Nikolaushaus und es gehen nur Kinder aus dem Nikolaushaus dahin. Mama Lydia und/oder Mama Titu gehen mit den Kindern zusammen in den Kindergarten. Zur Begrüßung wird erstmal ein bisschen getrommelt, getanzt und gesungen. Die Kinder lernen so die Zahlen, die Vokale und vieles mehr. Ich habe das Gefühl, dass dies den Kindern großen Spaß macht.

Ein paar Kinder lernen danach Rechnen und Schreiben, oder die Farben auf Englisch. Mama Titu kann Englisch sprechen und so haben wir letztens in einem Kreis gesessen und sie hat uns die Farben beigebracht. (Mir natürlich die Kiswahili Begriffe und den Kindern die englischen Namen). Dazu hatte sie einen Gegenstand in einer Farbe und dann hat sie die Farbe mehrmals wiederholt. Irgendwann sollte sich jedes Kind einen bestimmte Farbe nehmen und dann seine Farbe sagen, den Kiswahili und den englischen Begriff. So konnte ich auch sehr viel daraus mitnehmen. Das fand ich sehr schön.

Oft ist es auch so, dass eine Mama, Nora oder ich sich mit einem Kind beschäftigten und dann versuchen ihm die Zahlen beizubringen. Mittlerweile kann ich auf Kiswahili die Zahlen. Wir versuchen den Kindern beizubingen, was die Zahlen bedeuten und wie man sie schreibt. Ich finde, versuchen ist dafür das richtige Wort, denn besonders gut funktioniert das leider noch nicht. Und richtige Anweisungen, was genau wir machen sollen, habe ich leider auch noch nicht bekommen, aber wir bemühen uns stets.

Wenn die Konzentration nachlässt (was sehr schnell passiert), wird ganz viel gespielt. Oft puzzeln wir oder spielen UNO mit den Kindern. Die UNO Farben kann ich mittlerweile auch auf Kiswahili. Das ist auch wichtig, weil nicht alle Kinder das Spiel verstanden haben und die falsche Karte legen oder einfach ziehen, obwohl sie lege könnten. Ich merke, dass ich deshalb beim Spielen viel Geduld brauche.

Währendessen machen Mama Titu oder Mama Lydia Übungen mit den Kindern, die (noch) nicht laufen können, damit die Beweglichkeit verbessert wird. Bei Kevin (2 Jahre) konnte ich auch schon eine Veränderung miterleben. Am Anfang hat er sich kaum bewegt und hatte seinen linken Arm immer angewinkelt. Mittlerweile streckt er ihn komplett aus und fängt auch an sich hochzudrücken in den Stand. Er kann sich selber noch nicht oben halten, aber drückt sich ganz fleißig nach oben, wenn er auf dem Arm ist. Und mittlerweile strampelt er auch mit den Beinen, wenn er auf dem Rücken liegt. Das hat er am Anfangt auch nicht gemacht. Er ist ungefähr gleichzeitig mit uns hier angekommen und hat sich schon gut entwickelt.


Um 12 Uhr gibt es Mittagessen für alle im Nikolaushaus (oft Reis mit Bohnen, aber mehr zum Essen in einem anderen Beitrag). Die Mamas kochen dass Essen und die Kinder aus dem Kindergarten kommen zum Essen. Danach werden die Kleinsten für einen Mittagsschlaf hingelegt und die älteren Kinder spielen frei draußen.

Um 14 Uhr geht es dann im Kindergarten weiter. Mama Lydia und/oder Mama Titu sammeln die Kinder ein und dann wird im Sandkasten gespielt oder UNO oder etwas anderes. Die kleinen Kinder stehen nach und nach von ihrem Mittagsschlaf auf und kommen selbstständig zum Kindergarten. Die großen Kinder kommen nach und nach von der Schule. Viele werden mit dem Auto von Clemens oder Njunwa abgeholt (sie sind beide Teil des Leitungsteams). Manche Kinder müssen noch Hausaufgaben machen, manchmal helfen Nora und ich den Kindern dabei.

Um 16 Uhr ist der Kindergarten vorbei und die Kinder gehen zu den Mamas. Dort gibt es dann etwas nahaftes zu trinken für alle. Danach Spielen die Kinder wieder frei auf dem Gelände. Es wird geschaukelt, Fußball gespielt und über das Gelände gerannt.

Um 17 Uhr werden die kleinen Kinder gewaschen und ihnen wird der Schlafanzug angezogen. Dann wird im Wohnzimmer noch ein bisschen gespielt. Gegen 18 Uhr gibt es dann für die Kleinen Abendessen und um 19 Uhr gibt es ein Abendgebet mit allen zusammen. Das findet immer wochenweise abwechselnd im Wohnzimmer des Jungenhauses oder im Mädchenhaus statt. Die Kinder essen und waschen sich in ihrem Haus.

Nach dem Abendgebet essen die großen Kinder. Im Wohnzimmer wird noch ein bisschen gespielt und um 20 Uhr gehen die kleinen Kinder ins Bett. Um 21 Uhr gehen dann auch die großen Kinder ins Bett und es kehrt langsam Ruhe ein im Nikolaushaus.


Am Wochenende sieht der Alltag ein bischen anders aus. Der Tag beginnt am Samstag und am Sonntag erst um 7 Uhr statt um 6 Uhr.

Am Wochenende ist kein Kindergarten. Am Samstag kommt ein Arzt in das Nikolaushaus, der sich in den Kindergartenräumlichkeiten die Kinder anguckt. Es kommen Eltern mit ihren Kindern aus dem Dorf hierher zu uns, damit der Doktor sich die Kinder angucken kann. Manche Kinder vom Nikolaushaus sind auch jede Woche da.

Die anderen Kinder spielen frei auf dem Gelände. Ich helfe manchmal den Mamas beim Kochen.

Am Sonntag gehen alle in die Kirche. Diese befindet sich auch auf dem Gelände (mehr zur Kirche und zum Gottesdienst in einem anderen Beitrag). Sonntags gibt es auch immer noch einen kleinen Ausflug. Meistens gehen wir zum Viktoriasee. Machmal fahren wir auch zu einer Badestelle und die Kinder können im See schwimmen gehen. Es gibt eine kleine Packung Keckse für jeden und ein super süßes Getränk. Ansonsten ist der Tagsablauf genauso wie unter der Woche.

Freitags-, Samstags- und Sonntagsabends gibt es kein Abendgebet. Stattdessen darf der Fernseher angemacht werden. Dann wird Mister Bean, Fußball oder etwas Anderes geguckt.


Nora und ich haben einen Dienstplan. Wir arbeiten beide 33 Stunden die Woche. Manche Schichten haben wir zusammen, viele haben wir aber auch unterschiedlich. Wir haben Früh oder Spätschicht oder sind nur im Kindergarten. Wir helfen den Mamas, wo wir können, schmieren Brote im Frühdienst, spielen mit den Kindern und waschen und bringen sie ins Bett in der Spätschicht. Nora und ich wechseln uns pro Woche ab, wer im Mädchenhaus und wer im Jungenhaus zuständig ist. Das ist aber nur für das Schmieren der Brote in der Frühschicht und fürs Waschen der Kinder in der Spätschicht relevant. An zwei Tagen die Woche habe wir frei. Dienstags haben wir beide frei. Da fahren wir oft nach Bukoba (dazu mehr in einem anderen Beitrag) und ich hab am Freitag und Nora am Samstag frei.

Freitags verbringe ich die meiste Zeit auf dem Zimmer, um mich mal ein bisschen auszuruhen. Dann lese ich viel, male, schreibe Tagebuch oder an meinem Blog.


Da wir im Nikolaushaus wohnen und wir zwischendurch eine Sozialpause brauchen, verbringen Nora und ich unsere Freizeit viel im Zimmer. Das tut zwischendurch sehr gut. Deshalb funktioniert das mit den Schichten auch ganz gut. Manchmal setzen wir uns auch unter einen Mangobaum in den Schatten und lesen. Dann kommen Kinder zwischendurch Mal gucken, was wir machen, aber meistens ist es ihnen irgendwann zu langweilig und dann gehen sie wieder.


Hier ein paar Eindrücke meines Alltags:



Wenn Sie uns und das Projekt unterstützen möchten, damit auch andere die Möglichkeit haben ein solchen Freiwilligendienst zu machen, dann empfehle ich Ihnen den Beitrag über uns und unserer Projekt.


Kommentare


©2023 Margarethe MaZ. Erstellt mit Wix.com

bottom of page