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Eine persönliche Herausforderung 💪

  • Autorenbild: Margarethe Ueter
    Margarethe Ueter
  • 28. Okt. 2023
  • 3 Min. Lesezeit

In der zweiten und letzten Woche haben wir am Anfang einen Zettel mit Fragen bekommen. Auf dem Zettel standen Fragen, die wir am Donnerstag vor allen Sprachschülern und Lehrern beantworten sollten (auf Swahili). Die Fragen handelten von einen Freund den wir finden sollten, z.B. Wie heißt dein Freund? Aus welchem Teil Tansanias kommt dein Freund? Wo wohnt er jetzt? und so weiter.

Dazu haben wir also die Aufgabe bekommen, zu einer Person hinzugehen, die kein Mitschüler oder Lehrer ist, und diese Fragen zu stellen.

Also mussten wir die Fragen erst umstellen, so dass wir fragen konnten: Wo wohnst du?

Nachdem Nora und ich die Fragen umgestellt hatten, sind wir zum Schulgebäude der einheimische Schüler gegangen und haben darauf gewartet, dass uns zwei Schüler über den Weg laufen.

Die ersten beiden Schüler, die wir gesehen haben, haben wir dann befragt. Wir haben sie natürlich erst begrüßt und dann die Fragen gestellt. Das war gar nicht so einfach und hat mich echt viel Überwindung gekostet. Die beiden Mädels, die wir befragt haben, waren super nett, aber es war einfach eine sehr komische Situation und ich war sehr froh, als wir fertig waren.

Danach haben Nora und ich die Antworten dann zusammen so umgestellt, dass sie die passende Antwort auf die Fragen ergeben, die uns gestellt wurden.


Am Donnerstag (14.09.2023) mussten wir dann vor allen Sprachschülern (ca. 10) und allen Lehrern (auch ca. 10) die Fragen beantworten.

Dazu haben wir uns alle, nach der ersten Teepause, in einem großen Klassenzimmer getroffen.

Ein Stuhl stand vor der Tafel und die anderen Stühle zu dem Stuhl gerichtet. So, dass man, wenn man vorne auf dem Stuhl saß, in alle Gesichter geguckt hat. Mann musste einzeln nach Vorne gehen und sich auf diesen Stuhl setzen und dann hat ein willkürlicher Lehrer die Fragen gestellt und man musste antworten. Dabei haben einen ungefähr 20 Augenpaare angeschaut.

Noch bevor es überhaupt losging, habe ich schon leichte Panik bekommen. Ich habe gedacht, dass ich das nicht schaffe, vor so vielen Leuten diese Fragen richtig zu beantworten. (Und das obwohl ich ja schon oft im Theater auf der Bühne stand, vor so viel mehr Menschen, als in diesem Klassenzimmer). Nikolaus (ein österreischischer Mitschüler) hat angefangen und der Lehrer hat die Fragen komplett durcheinander gestellt. Und ich wusste überhaupt nicht, auf welche Frage Nikolaus gerade antwortete. Da habe ich noch mehr Panik bekommen. Ich habe angefangen, am ganzen Körper zu zittern und die Tränen stiegen mir auch schon in die Augen. Die nächsten zwei Schüler habe ich überhaupt nicht richtig mitbekommen. Ich weiß nur, dass der eine sogar ohne Zettel nach vorne gegangen ist (der hat echt meinen Respekt).

Irgendwie habe ich mich beruhigt, so dass ich zumindest wieder mitbekam, was gerade passierte. Und ganz plötzlich waren nur noch Nora und ich übrig und ich wusste, ich schaffe das nicht. Nora ist dann zum Glück als erste von uns beiden nach vorne gegangen. Ich konnte ihr leider überhaupt nicht zuhören, weil ich damit beschäftigt war, irgendwie ruhig zu bleiben, weil ich wusste, dass ich danach dran war.

Nora war fertig und hatte es geschafft. Sie kam auf mich zu und ich wusste, jetzt muss ich nach Vorne. Also habe ich noch einmal tief Luft geholt und bin aufgestanden, bin nach vorne gegangen und habe mich hingesetzt. Noch einmal tief durchatmen. Dann ging es auch schon los. Eine mir unbekannte Lehrerin hat die Fragen vorgelesen und ich habe meinen Zettel runter gerattert.

Ich konnte jede Frage richtig beantworten. Ich hatte keine großen Probleme, so wie befürchtet hatte. Sie hat die Fragen netterweise einigermaßen in der richtigen Reihenfolge gestellt und so hatte ich keine Probleme die Fragen zu beantworten.


Als ich endlich aufstehen konnte, fiel eine riesen Last von mir und alle haben geklatscht.

Ich habe mich wieder auf meinen Platz gesetzt und darauf gewartet, dass ich endlich aus diesem Klassenzimmer raus konnte. Als wir dann endlich in unsere eigene Klassenzimmer zurück gehen sollten, habe ich es gerade so vor die Tür geschafft, als ich vor Erleichterung angefangen habe zu weinen. Die Lehrer kammen auf mich zu und haben mir gesagt, wie gut ich doch war und dass ich es geschafft habe und mich freuen soll. Ich war aber völlig überfordert mit der Situation. Meine Mitschüler Jenny hat mir dann noch netterweise ihr Taschentuch angeboten, was sie für sich mitgenommen hatte, und ich habe es dankbar angenommen. Emmy hat mich liebevoll in den Arm genommen und irgendwann hatte ich mich dann wieder beruhigt.

Danach konnten wir dann mit dem Unterricht vortfahren und Emmy und Lilly haben uns einen Dialog vorgesprochen. Es war das erste Mal, dass ich etwas verstanden habe. Zwar nicht so viel, dass ich sagen konnte, was genau sie besprochen haben, aber worum es grob ging schon. Danach war ich richtig glücklich und hatte echt gute Laune. Das war ein kleines Erfolgserlebnis, dass ich gerne hier teilen wollte.



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