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Der Weg nach Uganda 🇺🇬

  • Autorenbild: Margarethe Ueter
    Margarethe Ueter
  • 23. März 2024
  • 7 Min. Lesezeit

Ich bin wach geworden, weil mein Handy vibriert hat. Normalerweise werde ich nicht davon wach und schon gar nicht um 04:30 Uhr. Ich bin also hochgeschreckt und habe gesehen, dass Julius versucht hat mich anzurufen. Dann hat auch schon Noras Handy vibriert und ich bin aufgestanden, um an ihr Handy zu gehen, doch ich war zu langsam. Ich wusste, es muss wichtig sein, wenn Julius uns um halb fünf versucht zu erreichen. Ich habe ihn dann sofort zurückgerufen und habe Nora schon mal geweckt. Ich hab erst gar nicht verstanden, was Julius von mir wollte. Er hat nur gesagt, dass der Bus schon da ist und er hat gefragt, wie lange wir brauchen würden, bis wir bei den Jungs sein können. Der Bus sollte eigendlich frühstens um sechs Uhr da sein, eher später. Ich hab zu Julius nur gesagt: “Gib uns 10 Minuten”. Nora und ich haben uns super schnell angezogen und sind ins Bad gehüpft. Zehn Minuten später sind wir schon aus der Tür gestürmt, in der Hoffnung, dass wir alles dabei hatten. Ich war auf einmal hellwach.

Julius war schon dabei zwei Boda zu organisieren und Robin hat noch seinen Impfpass und seinen Reisepass gesucht und dann sind wir auch schon zur Straße vorgegangen. Doch Julius konnte leider nur ein Boda anhalten, es waren einfach keine weiteren Bodas unterwegs.

Robin hat immer wieder mit dem Mann telefonierrt, der uns das Ticket verkauft hat, weil wir ja jetzt irgendwie zu dem Bus kommen mussten. Ich hatte noch gar nicht verstanden, was gerade passiert. Der Verkäufer hat uns dann selber mit einem Auto abgeholt, um uns zum Bus zu bringen. Das Auto war aber leider nicht gerade neu und so ist bei jeder Kreuzung, bei jedem Hubbel und bei jedem Anhalten, aus gegangen und es hat ein bisschen gedauert, bis es wieder angegangen ist. Außerdem mussten wir auch noch tanken. Ich habe gedacht, dass wir den Bus auf keinen Fall bekommen.

Die Jungs haben mir dann erzählt, dass der Verkäufer Robin um 3 Uhr morgens das erste Mal angerufen hat und gesagt hat, dass der Bus schon um 5 Uhr da sein wird. Dann um halb fünf, hat der Verkäufer erneut angerufen und hat Robin am Telefon angeschrien, warum wir nicht am Bus seien, denn der Bus wäre schon da und nur wir würden fehlen. Der Bus sollte noch 40 Minuten auf uns warten. Daraufhin hat Julius uns angerufen und das Abenteuer ging los.

Wir saßen also in diesem Auto und haben versucht den Bus noch zu bekommen. Der Verkäufer/Fahrer hat zwischendurch immer wieder telefoniert. Er hat versucht den Bus an einer anderen Stelle in Bukoba einzuholen, weil er am Startpunkt schon losgefahren war.

Und dann kam der Anruf. Der Bus ist gefahren.

Wir saßen in diesem Auto und der Bus war weg. Der Verkäufer/Fahrer ist aber einfach weiter gefahren. Wir hatten kein Ahnung, wo er hin wollte und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass er es auch nicht weiß.

Und dann haben wir plötzlich am Straßenrand gehalten und gewartet. Julius war ganz entspannt. Er war der Meinung, dass wir schon irgendwie heute noch nach Kampala kommen würden, denn der Verkäufer müsste irgendwie dafür sorgen, dass wir noch nach Kampala kommen würden.

Der Verkäufer/Fahrer hat uns dann erklärt, dass wir auf ein Daladala warten, dass bis zur Grenze fährt, weil der Bus da auf uns warten würde. Ich hab nur gedacht, dass der Bus niemals an der Grenze auf uns warten würde, wenn er hier schon nicht auf uns gewartet hat. Wir hatten den Bus ja nur um ein paar Minuten verpasst und bis zur Grenze, dauerte es noch Stunden.

Es hieß also warten und das haben wir auch ganz geduldig gemacht.

Irgendwann wurde unser Gepäck aus dem Auto über die andere Straßenseite in ein Daladala getragen. Wir sind natürlich hinterher gelaufen. Unsere Rucksäck waren im Kofferaum und so sind wir eingestiegen. Doch weil das Daladala noch lange nicht voll war mussten wir weiter warten, bis wir losgefahren sind.

Um 6:30 Uhr sind wir endlich losgefahren. Wir waren also schon zwei Stunden unterwegs und immer noch in Bukoba. Aber das nicht alles nach Plan verläuft ist uns schon öfter passiert und hätte uns eigendlich nicht mehr überrachen sollen. Am Ende hat es bis jetzt immer irgendie funktioniert. Wir hatten zum Glück keinen Zeitstress und so waren wir einfach froh, als wir losgefahren sind.

Die Fahrt zur Grenze war nicht gerade die bequemste Fahrt, aber wir konnten einen schönen Sonnenaufgang sehen, den ich leider verschlafen habe. Nach ungefähr zwei Stunden sind wir dann an der Grenze angekommen. Ich habe mir meinen großen Rucksack geschnappt und hatte auf einmal einen richtigen Motivationsschub. Ich hatte viel zu viel Energie, die irgendwohin musste und ich bin zur Grenze gerannt/getanzt. Alle haben mich sehr komisch angeguckt, doch das war mir völlig egal. Es muss auch wirklich komisch ausgesehen haben.

Der Grenzübergang hat ohne Probleme geklappt. Wir mussten nur seine Zeit gedauert.

Der Bus hatte tatsächlich gewartet. Die Jungs und ich waren schon fertig damit, das Visum zu beantragen und Nora war gerade noch dabei, da hat uns auch schon ein Mann angesprochen, ob wir die jenigen sind, die noch mit in dem Bus fahren. Und so sind wir auch schon zum Bus gegangen.



Der Bus war relativ leer und deshalb haben wir uns in die letzte Reihe gesetzt, denn dort hatten wir noch einen Platz mehr. Das hatten wir schon sehr lange nicht mehr in einem Bus. So gegen 10 Uhr ging es dann los Richtung Kampala. 

Wir hatten noch eine weite Reise vor uns, aber jetzt konnte ja nichts mehr schief gehen. Zwischendurch sind Leute ein- oder ausgestiegen. Manche hatten Hühner oder Enten dabei, die an den Beinen zusammengebunden waren. Wir haben geschlafen, Musik gehört, gequatscht, Süßigkeiten gegessen, am Fenster Obst gekauft, an einer Tankstelle gehalten und aus dem Fenster geguckt. Wir haben den Äquator überquert und waren wieder auf der Nordhalbkugel. Ich habe das erste Mal vegetarische Sambosas gegessen, die sehr lecker waren. Sambosas sind Teildreiecke, die gefüllt sind. Meistens ist Hackfleisch drin, in diesem Fall aber Erbsen. Die Teildreiecke werden frittiert. Eine fettige, aber sehr leckere Angelegenheit. 



Und dann sind wir in Kampala angekommen. 

Leider konnten wir aber ewig nicht aus dem Bus aussteigen. Wir sind in die Stadt reingefahren und sofort war Verkehrschaos. Die Straßen waren voll. Überall haben sich Bodas zwischen den Autos hindurch gequetscht und wir saßen in dem Bus fest. Wir haben uns kaum bewegt. Über eine Stunde sind wir nur sehr langsam voran gekommen. Es wurde auf einmal sehr warm in dem Bus. Obwohl die Fenster auf waren, stand die Luft. Wir hatten nun mal keinen Fahrtwind mehr. Über eine Stunde sind wir durch die Stadt getuckert.

Ich war völlig überwältigt und konnte gar nicht aufhören aus dem Fenster zu sehen. Kampala war die erste Großstadt, die Nora und ich bis jetzt in Tansania oder Uganda gesehen haben. Es sah alles irgendwie ganz neu aus, aber gleichzeitig auch so vertraut. Das war ganz verrückt. Es waren so viele Menschen unterwegs. So viele Autos, LKW und Busse auf den Straßen und am Straßenrand so viele Stände an denen Obst und Gemüse verkauft wurden. Häuser mit mehreren Stockwerken, Einkaufszentren und unbefestigte Straßen neben aspaltierten Straßen und so viele Häuser.



Als wir dann an der Busstation angekommen sind, war erstmal völliges Chaos. Alle Boda Fahrer haben sich auf uns gestürzt und wollten, dass wir mit ihnen weiter fahren. Ich musste meinen Rucksack suchen und dann sind wir mit einem Taxi in die Innenstadt gefahren. Mit einem Boda, bzw. zweien hätte es mehr gekostet, als mit dem Taxi und so haben wir uns für das Taxi entschieden. Wir hatten noch keine ugandischen Schillinge. Deshalb haben Nora und ich im Auto gewartet und die Jungs haben schnell Schillinge abgehoben, damit wir den Fahrer bezahlen konnten. Er hatte angeboten, dass wir ihn auch in tansanischen Schillingen bezahlen könnten, aber umgerechnet wollte er viel mehr tansanische Schillinge, als ugandische und so haben wir uns dagegen entschieden.

Und dann standen wir auch schon mitten in der Stadt, voll beladen. Wir haben uns SIM-Karten organisiert, was natürlich länger gedauert hat, als wir dachten. Dann haben wir uns noch mit Getränken und Keksen versorgt und haben uns auf den Weg nach Jinja gemacht. Wir wollten nämlich gerne noch eine andere Stadt in Uganda sehen und Jinja ist nur drei Stunden von Kampala entfernt. Ganz schnell ging das natürlich nicht. Wir sind zu einem Daladala gegangen, welches nach Jinja gefahren ist, dieses war aber schon recht voll. Wir hätten da noch gerade so reingepasst, aber ich hatte ja den großen Rucksack dabei und den wollte ich nicht die ganze Fahrt auf dem Schoß haben müssen. Deshalb haben wir uns dazu entschieden in das nächste Daladala zu steigen. So konnten wir als erste einsteigen und haben uns in die letzte Reihe gesetzt. Wir haben einen Platz mehr zu bezahlen, damit die Rucksäcke einen eigenen Platz haben. Den Luxus haben wir uns mal gegönnt.


In Uganda heißen die Busse, die ich aus Tansania als Daldala kenne Taxi. Ich werde diese Busse aber weiterhin Daladalas nennen, weil ich sonst durcheinander komme und ihr bestimmt auch. Es sind im Endeffekt die gleichen Busse, sie haben nur eine andere Bezeichnung. In Uganda gibt es dann noch die Matatus. Das sind im Endeffekt auch nur Daladalas, bei denen pro Reihe nur drei Leute sitzen dürfen. “Tatu” ist Kiswahili und heißt übersetzt drei. Die Matatus fahren aber mit dem gleichen Prinzip, wie die Daladalas in Tansania. 


Das Daldala hat sich langsam gefüllt und dann sind wir irgendwann gegen Nachmittag losgefahren. Die Fahrt sollte eigentlich nur zweieinhalb Stunden dauern. Doch wir standen sehr lange im Stau und kamen überhaupt nicht voran. Uns wurde erzählt, dass die Schule am nächsten Tag losgeht und deshalb so viele Leute unterwegs sind. Wir haben fast fünf Stunden für die Strecke gebraucht. Damit hatte keiner gerechnet und ich war für unsere Rucksäcke umso froher, dass wir einen Platz mehr bezahlt hatten. 

Als wir dann angekommen sind, sind wir mit zwei Bodas zum Airbnb gefahren. Der Host hatte netterweise auf uns gewartet, um uns rein zu lassen. Wir waren alle sehr kaputt und müde und sind nur noch ins Bett gefallen. 

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